Fakultätentag, Tag 2
Heute in aller Kürze, da sehr müde und WLAN-Zugang demnächst abgelaufen ...
Beginn mit einer Andacht; für ein Theologengremium wirklich sehr lebendig
Danach Sitzung bis 12:30 Uhr. Sage und schreibe 13 Berichte und Grußworte ... hat ganz schön lange gedauert. War aber auch einiges Interessantes drin und auch schon mancher inhaltliche Punkt wurde angerissen.
In der Mittagspause haben wir studentischen Vertreter ganz hübsch die Reste von gestern Abend aufgegessen, die wir mitgenommen hatten. Es ist immer noch was da ...
Nachmittags ging's weiter ... auf der Tagesordnung standen u. a. Akkreditierung, Anerkennung von Studienleistungen freikirchlicher Hochschulen (bzw. viel mehr Nicht-Anerkennung derselben ...), Modulabschlussprüfungen ... häufig ging es mir leider so, dass mir einfach die Hintergründe fehlten; es muss nur ein Schlagwort fallen und jeder der anwesenden Professoren weiß Bescheid, ich hingegen als Neuling kann nur erahnen, was in mancher Wortmeldung "zwischen den Zeilen" mitschwingt. Nunja, aber man muss ja irgendwo anfangen. Interessant war's jedenfalls. Einzelne Inhalte der Beratungen erspar ich euch, kann aber auf Nachfrage gern bei nem Bier etwas genauer berichten.
Abends war wiederum ein Empfang angesagt - und kein schlechter. Gastgeber war die Ev. Kirche Mitteldeutschlands (gestern hatte sie nur bezahlt, nicht eingeladen ...) bzw. deren Bischöfin. Erst einige Grußworte und unkonventionelle, weil recht alte Musik im Collegium Maius, anschließend Essen im Augustinerkloster. Sehr lecker wiederum. Wenn es nicht so interessant wäre, würd sich der FT dennoch lohnen, allein des Essens wegen. Nun gut, darum soll es ja nicht gehen - aber der gemeine Student freut sich eben über edles und darüber hinaus kostenloses Essen
So viel für heute, ich danke für die Aufmerksamkeit.
Fakultätentagserlebnisseundeindrückebericht
Kurz nach dem Papst kommt auch der Evangelisch-Theologische Fakultätentag nach Erfurt. Diesmal kommt mir die Freude zu, die Studierenden der Augustana dort zu vertreten - das tu' ich zwar ohne Stimmrecht, aber mit umso mehr Begeisterung
Nein, ehrlich - das ist ne total interessante Sache. Einige Eindrücke: Nicht jeder Student hat einen Rektor (!), der für ihn die Zugtickets bucht. Im IBB-Hotel Erfurt hat ein Einzelzimmer zwei Betten - naja, 1,5 sind es mindestens, für mich als Schwaben ist es eigentlich ein Doppelbett. Lange Bahnfahrten mit Professoren/Dozenten ergeben interessante Gespräche. Als Student kommt man nicht alle Tage auf den Standard 4-Sterne-Hotel, Zimmer mit TV und Minibar, riesiges und enorm leckeres Buffet, ... Man sieht den Teilnehmern des Fakultätentags an der Kleidung an, zu welchem Stand (Professor, Assistent, Student) sie gehören. Ich hätte nicht gedacht, dass die ausrichtende Professorin uns Studenten am Ende des Abends auffordern würde, Buffet-Reste einzupacken und mitzunehmen. Der Dekan der Erfurter Fakultät hält lustige Ansprachen. Und Erfurt ist - zumindest im Zentrum - wirklich hübsch.
So weit die Eindrücke des ersten Tages; morgen wird dann wirklich gearbeitet, darauf bin ich sehr gespannt. Und auf den nächsten Empfang morgen Abend. Bis dahin genieß' ich erst mal mein Hotelzimmer und verbleibe mit Dank an die Ev. Kirche Mitteldeutschlands für das leckere Essen
euer Matze
bildblog und der König
Kennt ihr bildblog.de? Wenn nicht: anschauen! Diese Seite sammelt Fehler in deutschsprachigen Medien, allen voran der namensgebenden Tageszeitung.
Als mir neulich auffiel, dass in einem Focus-online-Artikel vom "jemenitischen König" die Rede war, obwohl der Jemen definitiv keinen König (mehr) hat, hab ich das an bildblog.de gemeldet - und siehe da, es wurde veröffentlicht: http://www.bildblog.de/28950/der-king-lebt/ Sogar mit Dank an mich. Sozusagen als Geburtstagsgeschenk. Da freu ich mich.
Jerusalem III: Purim, Norden, Flug, Anschlag
Dieser Beitrag bildet den Abschluss meines Israel-Reiseberichts.
Nach anderthalb "Chiller-Tagen" waren wir Sonntagabend in der Stadt, um Purim zu feiern. Zuerst ging es mit Jonis Kollegin in eine Synagoge - verkleidet und Bier trinkend zur Synagoge unterwegs zu sein ist doch etwas gewöhnungsbedürftig
Dort wurde nach kurzer Einleitung eigentlich "nur" das komplette Ester-Buch vorgelesen und alle (verkleideten) Anwesenden machten einen Riesenlärm, wenn "Haman" vorkam - so hätte ich mir meinen ersten Synagogenbesuch nicht vorgestellt. Anschließend aßen wir Sushi und verbrachten noch einige Stunden in diversen Bars, Clubs und auf dem Suq (arabische Marktgasse).
Montag und Dienstag wollten wir eigentlich in den Norden fahren - am "eigentlich" hört ihr schon, dass wir diese Planung änderten
Als uns der Wecker nach der Purimfeier um 7:30 Uhr aus dem Bett holen wollte, verkürzten wir den Nord-Trip kurzerhand auf einen Tag und drehten uns noch einmal im Bett um. Es folgte ein entspannter Montag. Abends saßen Joni und ich bei einer Flasche Wein, einer Tafel Schokolade und einem Tatort im Wohnzimmer und rutschten ganz gemütlich in den Dienstag, der mein Geburtstag war.
Morgens machten wir uns auf, fuhren mit dem Bus nach Megiddo und bewunderten dort die alten Steine
sowie die Aussicht. Wirklich eine Reise wert.
Weiter ging es mit dem Bus nach Tiberias. Diese Stadt liegt direkt am See Genezareth und bietet einen wirklich schönen Blick auf denselben und die dahinter liegenden Berge des Golan, wenngleich die Stadt selbst weniger hübsch ist. Nachdem wir zur Feier des (Geburts-)Tages ganz ordentlich in einem chinesischen Restaurant direkt am See (mit genialem Ausblick und Wetterschauspiel extra für uns) gegessen hatten, spazierten wir noch ein Weilchen an der Uferpromenade entlang und fuhren dann auch schon wieder zurück nach Jerusalem.
Dort angekommen begann ich gleich mit dem Packen und um kurz vor 01:00 Uhr holte mich ein Sammeltaxi (Scherut) ab. Am Ben-Gurion-Flughafen wurde ich Opfer der Sicherheitsvorkehrungen (geschlagene zwei Stunden lang gefilzt und ausgefragt ...), was meiner Laune keinen Abschlag tat, und flog dann über Amsterdam zurück nach Stuttgart. Dank einiger Wartezeiten kam ich erst gegen Nachmittag in Meidelstetten an und jetzt bin ich einfach nur noch müde
und ziehe ein äußerst zufriedenes Resümee über diese Reise: Es war prima, den Joni mal wieder zu sehen und Israel ist ein geniales Reiseland. Hab jede Menge erlebt und gelernt. Danke für alles an meinen kompetenten Reiseleiter Joni und an die ganze Beit-Or-WG an dieser Stelle!
Als ich heimkam, wurde ich als erstes auf die Nachricht aufmerksam, dass es in Jerusalem zu einem Bombenanschlag gekommen war. An einer Bushaltestelle vor der "Central Bus" detonierte heute mittag eine Bombe. Gestern abend lief ich noch an genau dieser Haltestelle vorbei - es ist schon noch eine Stufe krasser, wenn einem das alles halbwegs bekannt vorkommt. Im Moment ärgere ich mich ein wenig über die einseitige Berichterstattung in den meisten deutschen Medien: Diesem Anschlag wird sofort eine israelische Militäraktion gegenübergestellt und mit Unverhältnismäßigkeit argumentiert. Das find ich nicht gut. Vielleicht ein anderes Mal mehr dazu ...
An dieser Stelle endet mein Israel-Abenteuer. Diese Reise war jeden einzelnen Euro wert und ich freue mich sehr darüber
Jerusalem, nächste Episode: Schabbath, Wüstentrip und Purim
Mein Bericht geht weiter am Freitag (11. März, also nun schon über eine Woche her): Hier durfte ich Jonis Arbeitswelt mal ein wenig mitbekommen. Zum Mittagessen ging ich hoch und lernte zwei "Worker" und einige "Friends" (so werden die Autisten genannt, find ich echt cool) kennen. Ich muss sagen, das hat mir sehr gefallen - ich mag Jonis Job
Abends gingen wir dann zur Klagemauer, wo wir noch einige andere Volos trafen und die Atmosphäre am Schabbathbeginn (alle jüdischen Feiertage beginnen ja schon am Vorabend) auf uns wirken ließen - das war sehr eindrücklich. Die haben alle richtig gefeiert und trotzdem kam der religiös-feierliche Charakter voll zum tragen. Man muss sich einfach mal vorstellen, dass eine Horde Soldaten (alle mit Waffe im Arm und Kippa auf dem Kopf) im Kreis tanzt.
Anschließend gingen wir zum Schabbath-Essen bei Rabbi Mordechai. Er und seine Familie laden jeden Freitagabend quasi jeden, der möchte, ein mit ihnen Schabbath zu feiern. Dazu räumen sie ihr Wohnzimmer leer, das dann vollgestopft mit allerlei Leuten ist. Neben unzähligen Leckereien gibt es eine Art "Predigt" von Rabbi Mordechai, die mich schwer beeindruckt hat - sie wirkte so authentisch. Es ging (so weit ich mich erinnere ...) anhand eines Abschnitts aus der Torah darum, dass man nicht über andere urteilen sollte, was daran sehr deutlich wurde, dass der Rabbi selbst sich mit Vehemenz dafür einsetzte, dass ein offensichtlich betrunkener Obdachloser, der objektiv nur "störte", dabei sein durfte. Ich kann nur sagen: "Wow!" Die jüdische Religion hat mich an diesem Abend wahnsinnig beeindruckt.
Am Samstagvormittag waren wir dann in einer "messianisch-christlichen Gemeinde" in Jerusalem. Ich war fast ein wenig enttäuscht, weil die sich von einem "normalen" freikirchlichen Gottesdienst bei uns kaum unterscheidet. Jedenfalls war es weit weniger eindrücklich als der Freitagabend.
Den ganzen Samstag über war ich mit ein paar anderen Volos unterwegs, da Joni arbeiten musste. Nach dem Gottesdienst waren wir noch ein Weilchen hier "zuhause" in der WG und gingen abends noch ins Jerusalem Hotel im arabischen Teil der Stadt essen.
Von Sonntag bis Dienstag waren Joni und ich dann am Toten Meer: Zuerst fuhren wir mit dem Bus bis En Gedi, das ist ein großer Nationalpark mit mehreren Bächen und Schluchten, imposanten Wasserfällen und unterschiedlich anspruchsvollen Wanderrouten. Am ersten Tag genügte uns ein "Reinschnuppern" über die kleine Tour, die leider beinhaltete, dass Joni unfreiwillig baden ging und dabei Kamera und Telefon unbrauchbar machte ... die Kamera geht mittlerweile nach langem Trocknen zum Glück wieder. Anschließend waren wir noch kurz im Toten Meer - außer dem lustigen Effekt, dass man oben bleibt, ist es da allerdings mit Baden nicht weit her. Nachdem die meisten Leute wieder weg waren, suchten wir uns direkt am Meer einen Schlafplatz und gingen früh zu Bett.
Nach einer unbequemen Nacht stärkten wir uns mit dem Frühstück einer Jugendherberge und machten uns dann auf zur großen Tour durch En Gedi - bis ganz nach oben auf die Hochfläche, inklusive "extremely difficult trail". Das war zwar wirklich anstrengend, aber die mit 5 bis 8 Stunden angegebene Dauer unterboten wir mit 3 Stunden doch erheblich
Und man wurde dort oben durch die bezaubernde Aussicht wirklich angemessen für die Strapazen belohnt.

Wir beide bei unserer Mittagspause ganz oben in En Gedi. Am Hintergrund sieht man: Das ist echte Wüste.
Nachdem wir uns, wieder unten angekommen, noch kurz an einem Bachlauf erholt hatten, fuhren wir mit dem Bus weiter nach Masada.
Bis auf das Suchen eines Schlafplatzes fiel hier nicht mehr viel vor, wir waren auch angemessen erschöpft. In der folgenden Nacht wurden wir mehrfach durch tieffliegende Kampfjets geweckt; das allgegenwärtige Militär ist wirklich etwas, woran man sich in Israel gewöhnen muss.
Wenig erholt machten wir uns früh morgens (4:00 Uhr!) auf, um noch vor Sonnenaufgang Masada zu erklimmen. Bei Joni ging es einigermaßen; ich hingegen war so erschöpft, dass ich es fast nicht geschafft hätte. Aber der Anblick, der sich uns bot, nachdem wir oben angekommen waren (und uns ein freundlicher Israeli einen Kaffee geschenkt hatte), war der wirklich vollkommenste Sonnenaufgang, den ich bisher gesehen habe - ohne Übertreibung!
Anschließend wurde es auf Masada schnell ziemlich ruhig, da die ersten Seilbahn-Touristen erst um 8:00 Uhr kamen, was wir zu einigem Schlaf nutzten
Später schauten wir uns noch die Ruinen etwas genauer an (Masada bietet ja neben gewaltigen Sonnenaufgängen auch jede Menge wirklich spannende Geschichte) und machten uns dann an den Abstieg. Nach der Heimfahrt wartete außer einer Dusche nur noch das Bett auf uns.
Am nächsten morgen (Mittwoch) trafen wir uns mit zwei Freundinnen von Joni, da wir immer noch nicht genug von der Wüste hatten
. Unser Ziel war das Wadi Qelt, der Ort der römischen Verbindungsstraße von Jerusalem nach Jericho - aufmerksamen Bibellesern wird auffallen, dass Jesus hier das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ansiedelte. Von dieser Straße (und mehreren Aquädukten) sind heute nur mehr Ruinen zu sehen, aber diese Schlucht beeindruckt trotzdem durch die Kombination aus wunderschöner Natur und jeder Menge Zivilisations-Resten: Hier eine paar Mauerreste, da eine halb zugemauerte Höhle, dort wieder ein paar Steine, die mal eine Treppe bildeten ... Und wenn man dann stundenlang staunend gewandert ist und meint, jetzt könne wirklich keine Zivilisation mehr kommen, erhebt sich das griechisch-orthodoxe St.-Georgs-Kloster vor einem am Berghang und lädt zu einer Pause ein - diese Einladung nahmen wir nur zu gern an. Nach einer knappen Stunde öffnet sich dann die Schlucht vor einem und gibt Jericho preis: die älteste und tiefste Stadt der Welt, heute Teil der palästinensischen Autonomiegebiete. Dort angekommen fuhren wir mit einem palästinensischen Sammeltaxi bis zu einer Straße, die nur Israelis befahren dürfen (was wieder einmal die politische Situation vor Augen hält) und reisten per Anhalter zurück nach Jerusalem.
Am Donnerstag fand abends hier in Jonis Einrichtung die Purim-Feier statt. Purim erinnert an Ester und Mordechai (die ganze Geschichte ist im biblischen Buch Ester nachzulesen), daher verkleidete man sich früher zu Purim als Ester oder Mordechai. "Amerikas Einfluss" (ich zitiere Jonis israelische Kollegin Ariella) führte dazu, dass man sich heute einfach irgendwie verkleidet. Also mussten auch für uns Verkleidungen her, was uns einen halben Tag Einkaufstour in Jerusalems Innenstadt bescherte. Nach einem Frozen Yoghurt in der Ben Yehuda Street und einem Mittagessen im Unabhängigkeitspark ging es wieder nach Hause und abends ging dann die Feier los, zu der Autisten und Betreuer aus zwei anderen Einrichtungen zu "uns" kamen. Da war wirklich was los ...
Freitag arbeitete Joni, also machte ich mich (zum ersten Mal ganz allein) mit dem Bus auf in die Stadt, um Karten und - als Souvenir - eine riesige israelische Flagge zu kaufen. Und nebenher das Flair einer Weltstadt-Fußgängerzone zu genießen. Hat alles geklappt, war mächtig stolz auf mich.
Abends schauten wir noch ein paar Filmchen und machten uns was Leckeres zu essen; allgemein sind die Tage seit dem Wüstentrip ziemlich entspannt, immerhin bin ich hier ja im Urlaub.
Bleibt abzuwarten, was die restlichen Tage so bringen ... Ich bin gespannt.
Alles neu macht der März
Neues Blogdesign. Gefällt's euch?
Bei dieser Gelegenheit gleich auch mal die Linksammlung aktualisiert.
Jetzt erstmal was Essbares besorgen, nachher vielleicht Teil 2 meiner Jerusalem-Reise bloggen.
Solange als Empfehlung diesen etwas älteren Blog-Eintrag.
Matze spielt “Reise nach Jerusalem”
Seit dem letzten Eintrag sind schon wieder Monate vergangen, in der Zwischenzeit ging das erste Semester vorbei und auch das Graecum wurde mit einigem Erfolg abgelegt
Was macht der Matze zur Belohnung? Genau, er fährt in den Urlaub. Und zwar nach Jerusalem zu Joni.
Dienstag früh um vier kam ich hier in Gilo (Stadtteil von Jerusalem) an, wurde nach einigem Klingeln und Anrufen (da funktionierte mein Telefon glücklicherweise noch; seither mag es irgendwie das israelische Netz nicht und zickt rum) auch eingelassen und hab mich gefreut, den Joni wiederzusehen. Haben uns noch etwas unterhalten und dann erstmal ausgiebig geschlafen.
Am Dienstag stand Jerusalem auf dem Programm: Tour durch die Altstadt mit Klagemauer, Grabeskirche, Basargassen, Ölberg, Gartengrab - was man eben so alles in Jerusalem gesehen haben muss. Am Besten fand ich den Blick vom Ölberg auf die Stadt; der ist definitiv den Aufstieg wert. (Fotos hab ich mal wieder keine gemacht ...) Sehr eindrücklich auch die Grabeskirche mit den dazu gehörenden Streitigkeiten der Konfessionen; eine der hässlichsten Seiten des Christentums, wenn man mich fragt.
Abends saßen wir noch einige Zeit in einer sehr gemütlichen Kneipe, bevor es zum Botschaftsempfang ging - nein, nicht ich als Bundeskunschler wurde empfangen, sondern alle deutschen Volontäre in Israel; bin einfach mit Joni mit rein gegangen, war allerdings (wie alle Veranstaltungen mit vielen Grußworten) nur mäßig interessant, sodass wir nach ausführlicher Buffet-Plünderung heimwärts gezogen sind.
Am Mittwoch war es zuerst archäologisch, dann kulturell sehr interessant: Wir machten uns auf durch den Checkpoint in die palästinensisch verwalteten Gebiete (wer mehr über grüne Linien, unterschiedliche Zonen und verwirrende Organisationenvielfalt wissen möchte, sei auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel verwiesen) der Westbank. Mit einem lustigen Taxifahrer ging es zunächst zum Herodion - eine uralte Palastruine mit wechselhafter Geschichte. Sehr eindrücklich, beeindruckende bauliche Leistungen (einfach mal so während dieses uns jenes Aufstands ein paar hundert Meter Tunnelsystem in den Fels geschlagen ...) und eine atemberaubende Aussicht. (Joni wollte, dass ich dazu einen ausführlicheren Artikel schreibe, den er dann in seinem Blog recyclen könnte. Kommt vielleicht noch später, aber Bloggen ist Arbeit und braucht Zeit.)
Anschließend ging es mit dem selben Taxi (das tatsächlich kostenlos ne Stunde gewartet hatte) nach Bethlehem zurück, wo wir uns - natürlich - die Geburtskirche anschauten, die mir allerdings wenig zusagte. Einfach nicht hübsch ... Jedenfalls nahmen wir uns anschließend die Zeit, durch die Stadt zu latschen. Live in einem "arabischen Land", mit "echten Palästinensern" um einen herum, die Autos und Straßen beobachten, (sogar ein echtes palästinensisches Klo benutzen) das fand ich schon sehr spannend. Genauso den folgenden Abschnitt an der "bösen Mauer" entlang. Sehr coole Graffitis und starke Eindrücke der angrenzenden Häuser (da gibt's echt alles von Tankstellen über Slum-artig verfallene Häuser bis zu Hotels). Davon gibt's sogar Fotos, die ich aber im Moment auf Jonis Rechner nicht finde.
Der Donnerstag stand im Zeichen von Yad VaShem - das dürfte jeder soweit kennen und dass es einen sprachlos macht, ist auch klar. Danach haben wir den Tag ruhig ausklingen lassen und ein paar Filmchen geschaut.
Was am Freitag und heute kam und was die nächsten Tage noch auf mich wartet, erfahrt ihr dann in einigen Tagen beim nächsten Blogpost. Bis dahin beste Grüße aus der vielleicht beeindruckendsten Stadt der Welt.
Kurze Meldung
Sodele, meine lieben Freunde im Schwabenland und anderswo,
da mein Leben wieder mal sehr stressig ist (aufstehen - überleben - schlafen passt an manchen Tagen doch ziemlich genau), vernachlässige ich wie so oft diese Seite. Das tut mir natürlich Leid, jedoch lässt sich kurzfristig kaum etwas daran ändern. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar froh, mal eine Sache zu haben, bei der ich guten Gewissens sagen kann: Das ist weniger wichtig. Das kann warten.
Seit meinem Start in Neuendettelsau hab ich einen Feriensprachkurs recht erfolgreich absolviert, viele Menschen kennen gelernt, dann Urlaub gemacht (Roadtrip mit Reinhard nach Schweden zur Corinna mit vielen Zwischenstationen. War total schön oder, wie mein ebenfalls von uns besuchter Vetter sagen würde "bös gut") und jetzt hier das Wintersemester - mein erstes Semester - begonnen. Bin also ein waschechter "Ersti" mit allem, was dazugehört. Und der Beginn hat mich schon sehr gefordert. Was muss ich machen, was sollte ich machen, was würde ich gerne machen, wieviel muss ich jetzt wieder streichen, damit es machbar bleibt? Nundenn, so langsam legt es sich wieder, sodass sogar noch Zeit für einen kleinen Tanzkurs bleibt, der mir sehr viel Spaß macht.
Das ist im Moment mein Leben. Nachfragen auf allen Wegen der Kommunikation sind sehr gerne gesehen.
Start in Neuendettelsau
Seit Langem kommt es jetzt tatsächlich wieder zu einem Update, was mein Leben betrifft: Mein FSJ ist zu Ende (der krönende Abschluss war das Clublager in Südfrankreich), am 3. September durfte ich mit dem Zug ganz allein durch halb Europa reisen (sehr interessant - die Deutsche Bahn hat aber leider definitiv die schlechtesten Züge im deutsch-schweizerisch-französischen Vergleich), weil das Clublager noch bis zum 7. September ging, hatte dann zwei Tage um auszuschlafen, zu waschen und zu packen und bin am Montag, 6. September gut gelaunt und mit einem zweiten Frühstück gestärkt (danke Coco
) mit meinem Cabrio ins schöne Franken gefahren.
Wer mich kennt, der weiß, dass mir vor Neuem immer etwas mulmig ist und so war ich dann zwar froh, von Klaus schon in die Semesterscherze eingeweiht worden zu sein, war aber doch noch nicht so ganz sicher, ob ich mich hier unter all den Theologen wohlfühlen würde. Der Semesterscherz sah so aus, dass wir einen Fragebogen zur eigenen Religiosität ausfüllen mussten, im ganzen Areal Überwachungskameras aufgestellt waren und an jeder Tür eine Liste hing, in die man seinen Aufenthalt im entsprechenden Gebäude "aus feuerpolizeilichen Gründen" auf fünf Minuten genau eintragen sollte - der Campus war also listenreicher als Odysseus
Abends wurden wir dann aufgeklärt und einige waren doch sehr erleichtert
(Wobei ich gestehen muss, dass auch ich die markierten Raucherbereiche für echt gehalten hab.)
Mittlerweile bin ich eine Woche lang hier, hab viele neue Menschen kennen gelernt, wir sind in Griechisch ungefähr so weit wie in Latein nach zwei Jahren, der Tagesablauf ist eigentlich trotzdem extrem entspannt (bis auf 2 Stunden Unterricht von 8 bis 10 Uhr ist alles frei einzuteilen, Essen gibt's in der Mensa und es wird sogar monatlich das Zimmer geputzt, man muss sich also um nichts kümmern ...) und ich muss sagen, dass ich mich bisher hier an der Augustana pudelwohl fühle
Kurz zur Erklärung: Hier an der Augustana (Hochschule der Ev.-Luth. Kirche Bayerns) werde ich voraussichtlich ein Jahr lang Griechisch und Hebräisch lernen, um dann nach Tübingen zu ziehen und am Ev. Stift Ev. Theologie zu studieren.
Forderung der konsequenten Verbesserung der Lebensqualität durch die Einführung einer Europäischen Backwarenidentifikationsdatenbank (EuBIDaBa)
Jeder Untertan Bürger wird sicher das beklemmende Gefühl kennen, in einer Bäckerei an der Theke zu stehen, möglicherweise noch zu Stoßzeiten wie in der Mittagspause und einfach nicht zu wissen, wie das begehrte Stück Bäckerskunst zu benennen ist. Daraufzeigen scheint eine praktische Lösung dieses Problems, entbehrt aber nicht nur jeglicher Eleganz, sondern wird auch noch durch schräg angebrachte Plexiglas-Abdeckungen erschwert. Doch selbst erfahrene Konsumenten von Teigwaren, die die Namen gelernt haben, stoßen in anderen Regionen schnell an ihre Grenzen. (Der Bundeskunschler höchstselbst ist einmal an dem Versuch gescheitert, im Ruhrgebiet ein Leberkäsebrötchen zu erstehen!) Wer musste nicht schon einmal mit der falschen Backware das Geschäft verlassen?!
Damit muss Schluss sein! Wir fordern die konsequente Verbesserung der Lebensqualität durch die Einführung einer Europäischen Backwarenidentifikationsdatenbank (EuBIDaBa) - aus "Laugenbrötchen", "Laugenweckle", "Laugensemmel" wird einheitlich "B06" und aus "Quarktasche" "B37-A".
Des Weiteren ist eine Lebensmittelübergreifende Identifikations-Kooperation anzustreben, sodass biviktuale Produkte wie das oben erwähnte "Leberkäsebrötchen" auch eindeutig benannt werden können und nicht etwa beim Bäcker eine andere Nummer als beim Metzger haben.
Bitte unterstützen Sie diesen Vorstoß der Münsinger Bezirks-Lebensmittelkommission (Sina Klingler, Sara Pfleiderer, Micha Bückle und der Bundeskunschler) durch Ihre Stimme bei der nächsten Europawahl!




